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Bienen im Winter Teil 2

Bienenflug Jeanine Taut.JPG

31.03.2021

Bienenflug Jeanine Taut.JPG

Nachgefragt bei: Lothar Häntzschel Imker aus Dobra

Herr Häntzschel heute möchte ich einige Aspekte zur Bienengesundheit und zu weiteren Produkte der Bienenhaltung ansprechen.

Im Winterhalbjahr sollten die Bienenbeuten regelmäßig auf den Befall von Schädlingen – z.B. Mäuse geprüft werden. Auch der Specht „klopft“ manches Mal an und beschädigt die Beuten.

Lothar Häntzschel: Ja, darauf sollte man bei regelmäßigen Kontrollen unbedingt achten. Es ist aber auch wichtig die Fluglöcher von Eis oder Schnee zu befreien, denn an sonnigen und warmen Wintertagen fliegen die Bienen auch gerne schon mal aus. 

Spätestens im März erfolgt die Probeentnahme aus den Bienenstöcken zur Untersuchung der Bienenvölker auf Krankheiten durch das Veterinäramt. Diese ist für die Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses zur Wanderung mit den Bienen sowie zur Vermehrung von Bienenköniginnen notwendig. 

Joachim Oswald: Was trägt besonders zur Gesunderhaltung eines Bienenvolkes bei?

Lothar Häntzschel: Die Gesundheit und Entwicklungsfreudigkeit eines Bienenvolkes wird vor allem durch das Nahrungsangebot, Temperatur und Witterung, Standort, Beute und Betriebsweise bestimmt. Die Wanderung zur Ausnützung von Trachtmöglichkeiten ist ein wichtiger Faktor in der Bienenhaltung und hat eine gesundheitsfördernde Bedeutung für die Bienen. Das Nahrungsangebot im Flugkreis des Bienenstandes ist entscheidend für die Versorgung der Bienenvölker. Die Versorgung mit Pollen und Nektar und hat eine gesundheitsfördernde Wirkung.

Joachim Oswald: Im Bereich der Vermarktung von Honig und Bienenwachsprodukten hat der Imker auch viele Aufgaben.

Lothar Häntzschel: Stimmt. Es ist natürlich darauf zu achten, dass Hygienebestimmungen insbesondere beim Schleudern und Abfüllen des Honigs eingehalten werden. Zurückgekommene Pfandgläser müssen gereinigt und neu abgefüllte Gläser entsprechend mit Etiketten versehen werden. Ebenso notwendig ist die ständige Kontrolle und Wartung des Honiglagers sowie des Schleuder/Abfüllraumes mit all seinen enthaltenen Geräten.

Joachim Oswald: Auch Bienenwachs kann viel mehr als nur in Form einer Kerze gut zu riechen oder?

Lothar Häntzschel: Viele Bestandteile des Bienenwachses findet man in einer Reihe von  Kosmetika und Arzneimitteln. Bienenwachs kennt man auch als Schutzmittel für Möbel und Bauteilen aus Holz oder Leder. Mit Bienenwachs behandeltes Obst schützt die Frucht, ihren Feuchtigkeitsgehalt und ihre Inhaltsstoffe. Durch die europäische Zulassungsnummer ist Bienenwachs in der Lebensmittelindustrie als E901 klassifiziert.

Joachim Oswald: Vielen Dank und ich wünsche Ihnen viel Erfolg  in der Imkerei.

Bienen im Winter

15.03.2021

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„Was machen eigentlich die Bienen im Winter?“ – Lothar Häntzschel Imker aus Dobra

Herr Häntzschel sie gehören mit Ihrer Imkerei zu den ersten regionalen Produzenten im Netzwerk „Gutes von hier“. Seit 2012 beteiligen Sie sich an vielen Veranstaltungen wie zum Beispiel den Naturmarkt in Wehlen. Sie füllen unsere Regionalregale und beliefern ihre Kundschaft kontinuierlich mit Honig und Honigprodukten. Heute mal eine ganz andere Frage: „Was machen die Bienen eigentlich im Winter?“

Lothar Häntzschel: Die Bienenvölker ziehen sich zu sogenannten Wintertrauben um die Königin herum zusammen und leben von ihren Futterreserven, die aus verbliebenen Honig des Vorjahres sowie der vom Imker im Herbst gereichten Zuckerlösung bestehen. An sonnigen und warmen Wintertagen fliegen die Bienen auch gerne schon mal aus -  aber bei kaltem Wind ist ihre Rückkehr in den Bienenstock ungewiss.

Joachim Oswald: Und welche Aufgaben muss der Imker im Winter leisten?

Lothar Häntzschel: Diese sind sehr vielfältig. Dazu gehören zum Beispiel das Einschmelzen von Altwaben zur Wachsgewinnung und die Desinfektion der Rähmchen, die Instandhaltung und Desinfektion von nicht genutzten Bienenkästen für das neue Jahr sowie die Bereitstellung neuer oder reparierter Rähmchen für den Wabenbau im Frühsommer.

Joachim Oswald: Was gehört zu den Vorbereitungen für die neue Saison.

Lothar Häntzschel: Nun, neben der Betriebsabrechnung des Vorjahres müssen die Bienenstockkarten für das neue Jahr vorbereitet, Informationen zu den Anbauplänen der Landwirtschaftsbetriebe eingeholt und Absprache mit Grundstückseigentümern für die geplante Anwanderung mit den Bienenvölkern getroffen werden.

Joachim Oswald: Danke für Ihre Zeit. In der nächsten Ausgabe schauen wir uns die Anforderungen zur Gesunderhaltung der Bienenvölker und zur Vermarktung der Honigprodukte an. Bleiben Sie gespannt.